Klasse Connert

Tanja Fender | Tatevik Harutyunyan | Hyechin Kong | Yuliia Koval | Katharina Kowoll | Jan Rybnicek | Radu Sabatta | Aleschija Seibt | Susanne Sichtermann | Kaiqi Yang | Gizem Zeybek

Wir betreten den Bau. Verlieren uns in der wohlbekannten Dunkelheit, dem Konstrukt unserer Gedanken. Laufen mal schnell, mal langsam durch die Gänge. Ein Fuß nach dem anderen. Alle Sinne aktiviert - lauschen, abwarten, handeln. Innen und außen. Die Grenzen zwischen oben und unten, die Grenzen der Erfahrung. Wiederholungen.

Lauschen, abwarten, handeln. Innen, außen. Oben, unten.
Lauschen, abwarten, handeln. Innen, außen. Oben, unten.
Unverändert verharren wir hier --

Franz Kafkas Text „Der Bau“ könnte nicht aktueller sein, sind wir durch Covid-19 auch lange in unserem Bau gewesen. Ein jeder für sich, isoliert in den eigenen Räumlichkeiten, ohne viele Möglichkeiten des Austauschs von Außen- und Innenwelt.

Bei der Auseinandersetzung mit der Geschichte in Hinblick auf die Jahresausstellung 2020 waren wir als Klasse mit vielen Fragen konfrontiert. Homeoffice, digitale Lehre und stundenlanges Ausharren Zuhause sind zum Alltag geworden, das Tragen einer Maske die einzige Möglichkeit diesem Kreislauf zu entkommen. Trotz oder gerade wegen des digitalen Lebens verspürten wir den Drang nach einem analogen Werk. Körperlich, greifbar, sinnlich. Reale Objekte in einer irrealen Welt aus Pixeln.In Kontakt kommen mit einem Außenraum. Dem Bau entkommen, hin zu einem gemeinschaftlichen Ort. Die im Laufe des Semesters entstandenen Arbeiten haben alle einen Platz im Klassenraum gefunden und hierdurch die Möglichkeit in Dialog miteinander zu treten. Die Grenzen aufgehoben, Nähe unter 1.5 Metern ermöglicht.

Als einer der wenigen Räume der Akademie die von außen einsehbar sind, haben wir einen Schaukasten erschaffen, den Sie herzlich eingeladen sind zu erkunden. Die Fenster eröffnen fragmentarisch den Blick auf unsere Isolation, den Gemeinschaftsbau.

Ort: AdBK München, vier Fenster des rechten Flügel des Altbaus, Akademiestraße

Tanja Fender
Ein Wolf zum Heulen

Ein Wolf zum Heulen … 2020 … Styropor, Draht, Gips, Platin-HTV-Silikon, Kunstfell … 100 x 66 x 105 cm

Tatevik Harutyunyan
Ich bin in meinem Bett viel gereist

Ich bin viel gereist in meinem Bett …   … Ich war lange auf der Suche nach einem künstlerischen Ausdruck von einem unsichtbaren und unfassbaren Ort, Namens „(das)Unbewusste“.

Hyechin Kong
Dialog von Frequenzen

Jeder Mensch hat bei seiner Gehirnaktivität jeweils eigene Wellenlängen. Mein Konzept besteht darin, Brainwave über OSC Applikation in Frequenzen umzuwandeln und als Medium zu verwenden. Diese Bio-Daten werden dann in einem künstlerischen Format wiedergeboren.

Yuliia Koval
Hier darf ich sein, hier bin ich sicher

Hier darf ich sein, hier bin ich sicher … 2020  … Acryl, Öl, Lack auf Kunstleder … 140 x 200 cm … Ich sitze viel zuhause - es ist Quarantäne. Man fühlt sich geschützt, aber es gibt keine Entspannung. Ich male auf einer großen, weißen Kunstlederfläche.

Katharina Viktoria Kowoll
dis-connect

dis-connect … 2020 … Plexiglas, Holz … 81 x 121 x 1.5 cm … Wie viel Nähe braucht der Mensch? Wie sehr ist das Individuum abhängig von der Gemeinschaft? Eine Untersuchung über Nähe und Distanz, über den Kontakt miteinander.  

Jan Rybnicek
Stoned

Stoned … 2020 … Acryl auf Leinwand … 175 x 150 cm

Radu Sabatta
Innerer Bau

Innerer Bau … 2020 … Videoinstallation

Aleschija Seibt
choreography of 37 gaps

choreography of 37 gaps, 2020 … getönte Buttermilch auf Fenstergals

Susanne Sichtermann
Zehn mal Zen

Zehn mal Zen … 2020 … Bienenwachsguss … 75 x 75 cm, 60 x 60 cm, 10 x 10 x 11 cm … Die dreigliedrige Arbeit zeigt quadratisch-transparente Gießarbeiten in Bienenwachs, die in meditativer Haltung und in ritueller Handlung entstanden sind – ein stetiges Üben von Achtsamkeit.

Kaiqi Yang
0

0 … 2020 … Video, 4:48 min. 「0 ist nichts, 0 ist alles, was nicht existiert, 0 ist Illusionen . 0 ist ein endlose Bau.」 … Wenn sich ein Mensch unweigerlich in einer passiven Umgebung befinden, verwandelt er sich Schritt für Schritt in ein so kleines Monster voller Widersprüche und Konflikte.

Gizem Zeybek
Unsichtbar

Unsichtbar … 2020 … Epoxid und Mischtechnik … ca. 80 x 100 cm

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